Spielemesse 2015

Eines der Großereignisse im Rollenspieler und Zeichnerjahr ist vorüber und hat viele positive Erinnerungen hinterlassen.

Es ist garnicht so leicht für mich all die Eindrücke zu ordnen und wahrscheinlich werde ich auch chronologisch nicht mehr alles auf die Reihe bekommen, aber ich versuche mein Bestes um die SPIEL aus Illustratorensicht zu schildern.

Donnerstag war Eröffnungstag.
In diesem Jahr zeichnete ich zum ersten Mal am Stand des Prometheus Games Team, zu dessen Gemeinschaft ich mich seit Neustem, als Art Director und Lead Artist für Hellfrost und Elyrion, selbst zählen darf.

Die Anreise war dank Mitfahrgelegenheit sehr unproblematisch und Dank Austellerausweis blieb mir das Geschiebe am Eingang auch erspart. Mit meiner großen, schweren Sporttasche in der meine Zeichenausrüstung steckte, wäre das auch ganz und gar unangenehm geworden.
Eine halbe Stunde vor Hallenöffnung konnte ich in Ruhe aufbauen und als schließlich die Durchsage kam, dass die Messe wegen des großen Andrangs früher öffnete, war ich mit allem fertig.
Mein Eckchen am PG Stand war sehr gemütlich und die Rückwand des Bücherregal entlastete mich Platzmäßig enorm. 🙂
IllutischHochkonzentriert
Meine Kollegin Janina Robben kam aus Verkehrsgründen erst später in der Halle an, aber wir richteten es uns für die Messe in unserer Ecke sehr schön ein.

Ich hatte am Donnerstag auch Gelegenheit mir zwei Künstlermappen ansehen zu können. Aus der perspektive des Art Directors eine vollkommen neue Erfahrung für mich, denn schließlich war ich bisher immer nur auf der „anderen Seite des Tisches“ unterwegs gewesen!
Sehr spannend und sehr erfreulich! 🙂

Die ersten Charakterzeichnungen ließen auch nicht lange auf sich warten.
Zum „warmlaufen“ galt es einen Bannmagier und ein recht ungewöhnliches Duo zu Papier zu bringen: eine untote Elfe zusammen mit einem gnomischen Nekromanten.
Die beiden sind in der Welt von Splittermond zuhause und und machen die Gegend unsicher, wobei die Elfe eine herzensgute Person ist, die verzweifelt versucht den etwas verschlagenen Gnom in der Spur zu halten.
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Auf diese Zeichnungen folgte eine junge Hexe mit ihrem geschuppten Vertrautentier. Sie ist eine Halbelfe auf der Suche nach ihrem unbekannten Vater – immer wieder ein schönes Abenteurermotiv! 🙂
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Auf der Messe ist übrigens Körperfunktionen aufrecht erhalten ein seltener Luxus!
Janina erinnerte mich immer wieder mal daran zu trinken, denn während der Arbeit passiert es mir sehr häufig, dass ich in eine „Konzentrationstrance“ falle und alles um mich herum ausblende…inklusive Menschen die vor meinem Tisch stehen, Harndrang, Hunger oder eben auch Durst!
Deswegen nochmal Sorry an alle, die ich nur halb oder garnicht wahrgenommen habe und nochmal ein eindrückliches „IHR DÜRFT MICH GERN ANSPRECHEN, AUCH WENN ICH AUSSEHE WIE EIN ZEN-MÖNCH IN MEDITATION!“
Vielleicht schreibe ich mir für die nächste Messe mal ein Schild wo das draufsteht. 😉

Aber einige Besucher habe ich dann doch mitbekommen z.B. Annika und Roger Lewin von den Teilzeithelden oder Helmut Dunkel und Birgit Sahler, die Organisatoren der kommenden Kitty-Con in Langenfeld, auf der ich auch zugegen sein werde.
Natürlich gab es noch mehr liebe Leute die mich gesucht und gefunden haben und auch viele nette Autoren, Redakteure, Verlagsmitarbeiter und Künstlerkollegen, die ich in den 3 Tagen selbst aufgesucht und getroffen habe.

Moment… 3 Tage?
Ja.
Für mich nur drei. Auch wenn die SPIEL ein Großereignis ist, welches 4 Tage dauert, hatte ich dieses Jahr am Samstag leider nicht die Gelegenheit vor Ort zu sein, denn eine wichtige Familienfeier verlangte nach meiner Anwesenheit. Höhere Gewalt eben.
Es tut mir echt leid für alle, die mich am Samstag vergeblich gesucht haben. Ich werde aber wohl auf der nächsten SPIEL die ganzen 4 Tage durch verfügbar sein (wenn alles glatt läuft).
Es ist natürlich trotzdem immer zu wenig Zeit zum quatschen und trotz der Anstrengung und der vielen Arbeit, hätte ich mir gewünscht noch 2 Tage länger für euch Zeichnen zu können. Die kreative Leidenschaft mit der jeder Spieler seinen Charakter füllt, ist eine inspirative Triebfeder für mich.

So richtig weiß ich nicht mehr wann ich welches Bild gezeichnet habe, denn im Arbeitsrausch vergeht die Zeit wie im Flug. Jemand sagt dir: „Es ist 12 Uhr“, man zeichnet weiter und plötzlich hört man die Durchsage zur Messenschließung! Echt verrückt. Wie ein schwarzes Loch, dass die Stunden einfach verschluckt.
Hier deswegen ohne Anspruch auf Vollständigkeit und Chronologie noch weitere Bilder:
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Besonders gefordert hat mich dabei das Bild von Daenerys.
Ich bin ja eigentlich keine Portraitzeichnerin und auch auf der Messe zeichne ich ungern von lebenden oder Fotomodell, aber bei der Drachenlady hab ich mal eine Ausnahme gemacht.
Auch der Magier mit der schwarzen Haut war nicht einfach. Das „schwarze Kuh auf schwarzem Grund“-Problem kennt wohl jeder Zeichner. Je mehr schwarz an dem Charakter ist, desto mehr muss man mit anderen „unnatürlichen“ Lichtfarben arbeiten um noch etwas auf der Zeichnung erkennbar zu machen.
Gerade bei Copic Markern (die „Buntstifte“ mit denen ich auf Cons coloriere) – wo ich von hell nach dunkel arbeite – ist das ein zeitaufwändiges Unterfangen.

Der mit Abstand aufwändigste Char war allerdings dieser Kerl hier:

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Der Spieler hatte einen regelrechten „Reference-Sheet“ dabei mit allen Details. die auf das Bild kommen sollten, an dem ich mich dann während des Zeichnens entlanghangelte.

Am Sonntag weiß ich nicht genau was mit mir nicht gestimmt hat, aber ich hab quasi vollständig vergessen zu fotografieren.
Auch als ich für einen Sammler meine erste große Comicliebe die „Witchblade“ zeichnen durfte, habe ich die Kamera nicht gezückt. Das ärgert mich besonders! 😦
Immerhin hat es ganz zum Schluss nochmal geklappt mit einem Foto und das „Gnomapult“ wurde ins Bild gesetzt.
Ja, genau. Der Gnom wird von einem Wolfsmenschen geworfen. Solche Dinge gibts nur im Rollenspiel! 🙂

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Ich hatte eine großartige Messe und möchte mich nochmal ganz herzlich bei allen Beteiligten bedanken, insbesondere beim Prometheus Games Team, die mir den Tisch zur Verfügung gestellt haben, bei Janina Robben für die nette Gesellschaft und bei allen Kollegen die ich nur viel zu kurz sprechen konnte.
Nadine Schäkel von Ulisses, die Jungs und Mädels vom Uhrwerk Verlag, die Illustratorenkollegen Stefanie Böhm, Anne Kersten, Joerch, Maik Schmidt und so viele andere!

Die nächste Convention wird die Kitty-Con in Langenfeld und ich hoffe zumindest einige von euch dort wieder zu sehen!

Illutisch und Grinse

Die DorfCon der Köbolde

Die zweite Con des noch jungen Jahres liegt hinter mir und ich berichte, wie immer, an dieser Stelle von meinen Eindrücken.

Die DorfCon stand unter der Organistation der Köbolde Düsseldorf, einer der Regionalvertretungen der GFR e.V.  (Gilde der Fantasyrollenspieler). Da ich die Feencon im letzten Jahr schon sehr mochte, war es quasi Ehrensache, dass ich auch zu der GFR Con in meiner Heimatstsadt gehe. 🙂

Die Con startete gestern um 10.00 Uhr in der „Spielerei“ Gerresheim, einem großräumigen Gebäude mit viel Platz zur Entfaltung des nerdigen Spaßbedürfnisses. Als ich dort fast pünktlich ankam, wurde mir sofort von der hilfreichen Orga ein Tisch im großen Saal zugewiesen mit einer, zeichnerisch perfekten, Fensterwand im Rücken damit auch für genügend Licht gesorgt war.Während ich aufbaute fanden auch am großen Nebentisch Vorbereitungen statt, die mich erstmal ein wenig stutzig machten: Gummigodzillas und andere Ausgeburten japanischer Monsterphantasieen in einer Tabletop-Miniaturumgebung? Was es damit auf sich hatte würde ich jedoch bald feststellen.
Kurze Zeit darauf kam auch Janina Robben an, eine Zeichnerkollegin, die ich schon von andren Cons kenne und die, wie ich für „das schwarze Auge“ zeichnet. Nach einem kurzen Plausch machte ich mich an die Arbeit, denn die ersten Aufträge ließen nicht lange auf sich warten.

Ein orientalisch angehauchter Halbelf war der erste Char der seinen Weg auf das Papier fand. Ausnahmsweise in schwarz/weiß, denn der Spieler wollte das einheitliche Bild seiner Charillustrationen in seiner Mappe nicht durch Farbe brechen.
Der Halbelf besaß ein magisches Schwert, welches unglücklicherweise von einem pilzartigen Organismus beseelt war. Jedes Mal wenn er also die Waffe ergriff breitete sich diese Wesenheit auf seinem Arm und seiner Hand aus…aber magische Waffen haben nunmal ihre Nebenwirkungen!^^ Ich ließ mich ein wenig von der „Witchblade“ inspirieren und das Ergebnis sah wie folgt aus:

Binjamin Halil ibn Umar al Sayad

Der nächste Char war eine zwergische Mechanikerin aus Shadowrun, die mit ihren Gimmicks immer wieder die Hälse ihrer Chummer rettet. Da sie mcgyvermäßig fast alles mit Panzertape reparieren kann wurde das sprichwörtlich zu ihrem Straßennamen: Tape!

Tape

Während ich die Zwergin unter Zuhilfenahme von Shadwrunbüchern zu Papier brachte, meldeten sich schon die nächsten Spieler an und „buchten“ Janina und mich vor. Ich war ehrlich überrascht von diesem Andrang, den ich garnicht erwartet hatte, aber ich freute mich sehr darüber, dass es so viel zu tun gab! Übrigens war es klasse, dass auch Janina dabei war, denn nur eine von uns hätte all die Anfragen garnicht stemmen können! Wir zeichneten quasi ununterbrochen. 🙂
Eine kurze Suppenpause war alles was ich mir gönnte, aber die Gemüsesuppe aus der Conküche war echt lecker!

DorfCon

Der nächste Char war der Gefährte des ersten Halbelfen, den ich gezeichnet hatte. Ebenfalls ein halbes Spitzohr mit einer geerbten, sehr guten Lederrüstung, elegant und wenig wie Wasser.

Abbas bin Abul

Zwischendurch hatte sich auch geklärt was für ein Spektakel am Nebentisch stattfand: eine große Monsterschlacht, ganz so wie in den trashigen japanischen Filmen! Die Spieler übernahmen die Kontrolle über Godzillas und mehrköpfige Drachen, über die 15-Meter-Frau, Riesenroboter und die Armee, die natürlich auch mitmischt. Heraus kam ein wildes, witziges Gemetzel mit in-die-Luft-fliegenden Ölraffinierieen und unglaublichen Kollateralschäden.
Ich konnte zwar nicht aktiv am Spiel teilnehmen, bekam aber mit, dass dort sehr viel gelacht wurde! 🙂

Die nächsten beiden Chars gehörten ebenfalls zusammen. Eine resolute Hobbitdame, die viiiiel zu abenteuerlustig für ihre Brandybock-Familie war und ein gondorianischer Soldat aus Tolkiens Herr-der-Ringe Universum.
Zu diesem Zeitpunkt war es schon recht spät geworden und so waren diese beiden auch die letzten Chars, die ich noch zeichnen konnte.

HobbitdameGondorianer

Es war wirklich schön auf der Con und ein erfreulich arbeitreicher Tag für mich! Ich hätte gern noch mehr gezeichnet, aber die ein oder andere Visitenkarte hat neue Besitzer bekommen und ich hoffe von den Köbolden vielleicht auch in Zukunft wieder zu hören! Auf jeden Fall bin ich nächstes Jahr wieder dabei, wenn die DorfCon ihre Tore öffnet!

Morpheus Convention in Herne

Gestern war ich auf der Morpheus Convention im Herner Spielezentrum und schreibe hier meinen Conbericht aus der Illustratorinnensicht. Also, neues vom Zeichnertisch! 🙂

Als ich morgens um ca 10:00 Uhr im Spielezentrum -dank einer sehr guten Anfahrtsbeschreibung- ankam, war noch nicht sehr viel los.

Die Morgenstunden sind ja auch bekanntlich keine Rollenspielerzeiten, deswegen wunderte ich mich kaum darüber.
Die Orga lief bereits vielbeschäftigt und kistenschleppend durchs Foyer, deswegen schnappte ich mir einfach den Nächstbesten um ihn nach dem Tisch zu fragen, an dem ich mich häuslich einrichten konnte. Glücklicherwiese war dieser „Nächstbeste“ auch gleich der Jemand, mit dem ich vorherigen Mailkontakt gehabt habe: Karsten.
Er wies mir einen tollen Tisch im Cafè- und Hauptraum zu, direkt neben der reichlich bestückten Tombola.

Tombola

Und so sah das Ganze dann aus nachdem ich mich breitgemacht hatte:

Zeichnertisch

Da ich das Vergnügen hatte, direkt gegenüber des Küchentresens zu sitzen, konnte ich mich sehr schnell mit dem Lebenselexiers jedes Künstlers und Rollenspielers versorgen: Kaffee!

Contheke

Nachdem also aller organisatorischer Kram erledigt war, machte ich mich daran meine fisselige „Beschäftigunsarbeit“ zu zeichnen, die ich mir von zuhause mitgebracht hatte. Wenn ich zu einer Con fahre nehme ich mir immer eine oder zwei Zeichnungen mit um nicht unproduktiv rumzusitzen falls ich nichts zu tun habe. Außerdem beruhigt das die nerven und hilft mir mich auf die Conatmosphäre einzustimmen.

Als dann schließlich die ersten Spieler aus ihren Betten krochen und Frühstück besorgten (die Con hat schließlich schon am Freitag begonnen) wurden auch Einige auf das Zeichnerangebot aufmerksam, aber der Mampf ist zu früher Stunde das Wichtigste, deswegen hatte ich vorerst meine „Meditationszeichnung“ abzuarbeiten.
Zwischenzeitlich war auch Sabine Weiß angekommen, eine langjährige Zeichnerkollegin, mit der ich einen kurzen Plausch hielt.

Bis zum Mittagessen- welches nahtlos vom Frühstück überging- saß ich recht einsam an meinem Tisch. Als jedoch der Duft von Grünkohl mit Mettwurst die Spieler aus den Räumen lockte, füllte es sich schnell und ich konnte mit dem ein oder anderen bekannten Gesicht ein wenig quatschen.
So ist es eben auf Cons: die Rollenspielergemeinde ist nicht so groß! Irgendwann lernt man sich von selbst kennen. Auch einer der Hauptredakteure der Teilzeithelden war vor Ort und ich habe mich sehr gefreut mit Roger auch mal Aug in Auge sprechen zu können.

Meine erste Charakterzeichnung fertigte ich am Nachmittag an. Der Organisator der DorfCon (auf der ich auch sein werde, wenn alles gut geht) plauderte mit mir erst über Organisatorisches und vertraute mir dann schließlich seinen luftschiffsteuernden, ungewaschenen aber sehr sympathischen Zwergen an, der im Universum von Savage Worlds seine Runden zieht.
Es hat mir echt Spaß gemacht ihm ein Gesicht zu verleihen:

Steampunk Zwerg

Als ich ihn fertig gestellt hatte und daran dachte nun auch mal was zu Essen, kamen noch mehr Spieler auf mich zu. Vielleicht hätte ich mal früher ans Essen denken sollen…dann wären die Bilder besser über den Tag verteilt gewesen 😉
Wie dem auch sei: der Spieler einer Rahjakavaliera (Ritterin der Liebesgöttin) aus dem DSA-Kosmos setzte sich zu mir.
Es war ein echtes Vergnügen ihm zuzuhören! Da ich selbst  einen Rahjageweihten in meiner eigenen Runde spiele kamen wir sehr schnell ins Gespräch und konnten uns vorzüglich über die verschiedenen Strömungen des Rahjaglaubens unterhalten, während er mir seine Liebfelderin in allen Facetten näher brachte. Ich liebe es die Geschichten der Rollenspielchars zu hören und die Leidenschaft und Kreativität die dahinter steckt durch die Worte der Spieler zu erfahren! Manchmal sind die fiktiven Personen so interessant, dass ich es bedaure nicht als Spielerin auf einer Con zu sein…andererseits, würde ich wahrscheinlich die Leben meiner Mit-Abenteurer garnicht so intensiv erleben können, wenn ich selbst in einer Gruppe sitzen würde. Alles hat zwei Seiten.
Hier gibts nun die schöne Kavaliera:

Rosenkavaliera

Zu guter letzt zeichnete ich dann noch einen weiteren Char aus DSA: eine Steppenelfe, die eng mit ihren Vorfahren, den Hochelfen, verknüpft ist. Ich hoffte ihrer elfischen Vollrüstung gerecht werden zu können und war sehr froh als der Spieler von seiner weißen Schönheit begeistert war!

Elfe in Rüstung

Als ich dann gegen 20:00 meine Utensilien zusammen packen musste bin ich mit einem guten Gefühl und um einige schöne Geschichten reicher nachhause gefahren.

Danke an die ganze MorpheusCrew: Ich komme sehr gern nächstes Mal wieder zu euch! 🙂